Meine Themen in Europa

Klimaschutz

Die laut Weltklimarat bevorstehende Klimakatastrophe ist unsere dringlichste Herausforderung. Für aktiven Klimaschutz brauchen wir eine CO2-Steuer, die die wahren Kosten von Produkten aufzeigt. Die Einnahmen werden pro Kopf verteilt, so dass Haushalte mit geringerem Einkommen stärker profitieren. Je geringer der CO2-Verbrauch, desto höher der Nettoertrag pro Person. So werden Anreize gesetzt, um eine Wende bei Verkehr, Energie und Landwirtschaft einzuleiten. Weniger CO2 macht unsere Welt nicht schlechter, sondern besser! Das schulden wir unseren Kindern und Enkeln, denn auch sie verdienen ein gutes Leben.

Digitalisierung

Europa besitzt einzigartige Werte, auf die es stolz sein kann. Die große Vielfalt von Sprachen und Kulturen auf engstem Raum ist genauso wertvoll wie unsere sozialen Errungenschaften. Dazu brauchen wir eine eigene Kommunikationsplattform, auf der wir als europäische Bürgerinnen und Bürger über nationale Grenzen hinaus kommunizieren können.  Eine gemeinsame europäische Öffentlichkeit braucht eine eigenständige Plattform, die unseren Kulturen und Werten Raum gibt und nicht von datenhungrigen Algorithmen beherrscht wird.

Datenschutz, energiearme Anwendungen und diskriminierungsfreie Algorithmen sind Voraussetzung für eine gerechte, soziale und inklusive Gesellschaft der Zukunft. Europa braucht eigene künstliche Intelligenz, damit wir nicht in der Zukunft auf Technologie aus China angewiesen sind. Das stärkt Arbeitsplätze und demokratische Werte zugleich.

Gerechtigkeit

Die großen Digitalunternehmen müssen genauso wie alle anderen Unternehmen einen angemessen Beitrag zum Gemeinwohl leisten. Dazu brauchen wir ein Besteuerungsmodell, das dafür sorgt, dass Google, Amazon und Co. mindestens genauso viele Steuern bezahlen wie der Bäcker und der Buchladen, die unser Stadtviertel lebenswert machen.

Bildungssysteme und Arbeitswelt werden sich grundlegend ändern. Dazu brauchen wir innovative Konzepte und angemessene Ressourcen. Jetzt.

Heute bricht die Mitelschicht weg, die Vorstände von Unternehmen verdienen mehr als 50 Mal so viel wie der Durchschnitt der Mitarbeiter*innen. Niedrigverdiener*innen kommen kaum über die Runden und sind von gesellschaftlicher Teilhabe ausgeschlossen. Ich stehe für eine Gesellschaft, in der Arbeit gut entlohnt wird – mit oder ohne Uni-Diplom. Aber auch Menschen, die wegen Ausbildung, Pflege von Familienangehörigen oder Krankheit nicht erwerbstätig sein können, verdienen finanzielle Unterstützung und Anerkennung.  Wie finanzieren wir das? Steuerhinterziehung kostet Europa jedes Jahr geschätzte 800 Milliarden – fünf Mal der gesamte Haushalt der Europäischen Union. Dazu kommt aggressive Steuervermeidung von multionationalen Konzernen. Wachsende Ungleichheit stärkt populistische Bewegungen und lässt Europa auseinanderbrechen. Eine Gesellschaft ohne Kinderarmut und mit gut ausgebildeten Arbeiternehmer*innen ist die Grundlage für unseren Wohlstand.

Europäischer Schüler*innenaustausch

Europa wird von den Menschen gestaltet. Im Rahmen des Erasmus-Projekts haben neun Millionen junge Menschen mehrere Monate lang in einem anderen europäischen Land gelebt. So entstand ein dichtes Netz aus persönlichen Beziehungen, das Europa heute trägt.

Erasmus nutzen können jedoch in erster Linie angehende Akademiker*innen. Für alle anderen sind die Hürden hoch. So entsteht manchmal der Eindruck, Europa sei ein Eliteprojekt.

Meine Idee: ein europäisches Austauschprogramm für Schüler*innen! Dafür sollte die EU Fördermittel anbieten, damit Schulen aus ärmeren Ländern oder mit Kindern weniger gut betuchter Eltern daran teilnehmen können. Darüber hinaus sollte sie ein Netzwerk von interessierten Schulen koordinieren und einen rechtlichen Rahmen schaffen.

So könnten noch viel mehr junge Menschen aus allen Mitgliedsstaaten und Gesellschaftsschichten andere europäische Länder hautnah erleben. Gibt es eine bessere Maßnahme für den europäischen Zusammenhalt?